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Menschen von oben fotografiert, die an einem Tisch sitzen.

Seit diesem Monat bin ich bereits vier Jahre bei adesso und tatsächlich kommt mir die vergangene Zeit gefühlt auch ziemlich lang vor. Müsste ich nicht normalerweise sagen: „Die Zeit verging wie im Flug…“ ? – Viele Menschen haben nämlich dieses Gefühl beziehungsweise die Wahrnehmung, dass die Zeit rast. Natürlich gab es bei mir auch Phasen, wo ich dachte, die letzten Wochen sind einfach so vorbeigezogen, in Stressphasen zum Beispiel. Aber warum ist das so?

Dieses Phänomen betrifft Wahrnehmungs- und Gedächtnisprozesse und wie vielleicht schon geahnt, werden diese im Alter immer schlechter und auch die Zeit scheint immer rasanter zu vergehen. Die immer fortlaufende Zeit können wir leider nicht anhalten oder verlangsamen aber entschleunigen. In meinem Blog-Beitrag möchte ich von meiner Zeit bei adesso berichten und auf die psychologischen Aspekte der Entschleunigung und Achtsamkeit eingehen.

Die psychologischen Aspekte der Entschleunigung

Wusstet ihr, dass die Psychologie aus der Philosophie entstanden ist? Einer der Begründer der Psychologie, Wilhelm Wundt, hat als einer der ersten Menschen versucht, philosophische Fragen, also Fragen wie „Warum denken wir so?“, mit Experimenten zu erklären. Das war das Fundament der experimentellen (modernen) Psychologie. Trotz dieser Forschung können das Verhalten sowie mentale Prozesse nicht vollständig belegt werden, weshalb es keine eindeutige Definition dafür gibt, warum wir eine verzerrte Zeitwahrnehmung erleben. Es gibt lediglich Aspekte und Zusammenhänge, die uns ein besseres Verständnis darüber ermöglichen.

Das Zeitempfinden gehört zum Bereich der Wahrnehmungspsychologie, zu dem auch biologische Aspekte wie die der Sinnesorgane (etwa das Sehen) gehören. Unter anderem können medizinische oder psychische Störungen dazu führen, dass wir eine verzerrte Wahrnehmung haben. Dazu kommen noch Verarbeitungsprozesse im Gehirn und Gedächtnisstrukturen. Ihr merkt schon, dass es sich hier um ein höchst komplexes Konstrukt mit vielen verschiedenen Einflussfaktoren handelt.

Was hat das mit meinem Job bei adesso zu tun? In vielen Jobs wird der Alltag oftmals von immer wiederkehrenden Routinen und Mustern bestimmt. In meiner Rolle als Partner Managerin bei adesso habe ich auch Routineaufgaben, die einfach erledigt werden müssen und sich auch mal wiederholen. Allerdings kann ich meine Arbeitszeit ansonsten frei gestalten und mich immer wieder neuen Projekten widmen, wodurch mein Gehirn und mein Gedächtnis immer wieder gefordert werden. Unser Gehirn ist nämlich so programmiert, Gedächtnisinhalte nur abzuspeichern, wenn sie verarbeitet werden müssen. Der Ausbruch aus Routinen, neue Erlebnisse und eine bewusste Verarbeitung von Inhalten führen somit zu einer entschleunigten Zeitwahrnehmung in unserem Leben.

Was habe ich getan, damit es bei mir „entschleunigt“ war? – Meine bisherige Zeit bei adesso

Ich habe in den letzten vier Jahren viele Dinge zum ersten Mal getan. Ich bin das erste Mal alleine in eine andere größere Stadt gezogen – nach Dortmund – um meine (damals) neue Stelle bei adesso in der Hauptgeschäftsstelle anzutreten. Dabei habe ich zunächst in einer WG gewohnt – auch zum ersten Mal in meinem Leben (ich war zu dem Zeitpunkt 28 Jahre alt). Ich habe an zwei Seminarfahrten von adesso teilgenommen und an vielen weiteren adesso-Events, die sehr viel Spaß gemacht haben. Das ein Unternehmen mit seinen Mitarbeitenden in den „Urlaub“ fliegt, kannte ich bis dato überhaupt nicht, deswegen haben sich diese Erlebnisse ebenfalls in mein Gedächtnis eingebrannt. In meinen ersten vier Jahren hat sich allerdings noch einiges getan: Ich bin innerhalb von Dortmund wieder umgezogen – dieses Mal in eine eigene Wohnung, ich habe innerhalb des Unternehmens die Stelle gewechselt – in die LoB Microsoft, ich habe mit dem Malen angefangen und ein Masterstudium begonnen.

Einfach mal zu machen

Ich bin von Natur aus sehr perfektionistisch veranlagt oder wie mein Vater jetzt sagen würde – pedantisch. An sich ist das ja eine gute Eigenschaft, aber leider frisst diese ungeheuerlich viele Zeitressourcen. Wenn man wie ich noch nebenbei studiert und trotzdem ein Privatleben führen möchte, dann ist Zeitmanagement das A und O. Und so musste ich lernen, nicht alles auf „meine perfekte Art und Weise“ zu machen, sondern „einfach mal zu machen“. Und tatsächlich hat mir dieser Leitsatz weiter geholfen. Wenn man nicht ständig darauf bedacht ist, alles perfekt zu machen beziehungsweise sich das verinnerlicht und keine zu unverhältnismäßig hohen Ansprüche an sich selbst stellt, dann hat man einfach viel mehr Zeit für andere Dinge und kann andere und neue Aufgaben übernehmen. Neue Aufgaben führen schließlich dazu, dass man seinen Horizont erweitert, neue Verantwortung übernimmt und somit nicht nur sein Arbeits-, sondern auch sein Privatleben entschleunigt.

Ich bin nach meinem Abitur durchgängig in IT-Unternehmen beschäftigt gewesen, was eigentlich nicht geplant war, aber es hat sich irgendwie so ergeben. Mittlerweile bin ich sehr froh darüber, denn ich habe gemerkt, dass mir Herausforderungen im Arbeitsleben wichtig sind, um weiter zu wachsen. Dafür ist die IT am besten geeignet, denn in keiner anderen Branche gibt es so viele Neuerungen, Entwicklungen und Chancen – hier wird euch niemals langweilig.

Apropo als Frau in der IT: Bei adesso wird vieles dafür getan, dass man sich als Frau wohl im Job fühlt. Mit der Initiative She for IT hat adesso sich nämlich die Stärkung und Förderung von Frauen in der IT-Branche zum Ziel gesetzt. Ein Female Talent Programm, Schulungen, Events, die Möglichkeit zum Networking – etwa IT-Themenabende mit weiblichen Referentinnen oder praxisorientierten Vorlesungseinheiten zu unterschiedlichen Themen im Rahmen der adesso-Hochschulkooperation sind hier nur ein paar Punkte. Wenn ihr mehr zu She for IT erfahren wollt, dann schaut doch mal auf unserer Website vorbei.

Achtsamkeit – was ist das überhaupt und wieso ist sie wichtig?

Der Begriff der Achtsamkeit wird, bedingt durch Corona, momentan wieder häufiger verwendet, weil Achtsamkeit zur Stressreduzierung und damit zu einer verbesserten Work-Life-Balance führen soll. Wir befinden uns momentan im Wandel – die zunehmende Vermischung zwischen Beruflichem und Privatem führt zu mehr Stress. Übrigens: auch für dieses Problem hat adesso die passende Lösung. Mittels einer eigenen, internen Kampagne – adesso MIND genannt – bekommen Mitarbeitende die richtigen Werkzeuge an die Hand, um Stress zu bewältigen. Zudem haben alle Mitarbeitenden die Möglichkeit in einer Vielzahl von Schulungen Methoden, Lösungswege und Trainings kennenzulernen, um mit Komplexität besser umgehen zu können.

Achtsamkeit in einem Satz definiert:

Die bewusste Lenkung der Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment und Akzeptanz dessen Unveränderbarkeit, ohne Urteil oder Kritik, mit einer gewissen objektiven Distanz, um das Geschehene besser zu verarbeiten und beurteilen zu können.

Diese Definition ist zwar richtig beschrieben, aber an sich schwer zu begreifen beziehungsweise umzusetzen. Leben wir nicht im Augenblick? Sind wir nicht aufmerksam, in dem was wir tun? Die Antwort lautet in den meisten Fällen: „nein“. Wir werden ständig durch äußere Einflüsse abgelenkt, ohne dass es uns bewusst ist. Dadurch können wir uns nicht vollständig auf unsere momentanen Aufgaben konzentrieren. Viel wichtiger, wir können allgemein unser Leben in diesem einen Moment – jetzt – nicht wahrnehmen, schätzen und genießen. Im Homeoffice kann diese Ablenkung noch größer sein – etwa durch Familie, Kinder oder andere Dinge.

Was ihr tun könnt, um achtsamer zu sein

Fokussiert und konzentriert euch auf die eine, momentane Aufgabe ohne Ablenkung – das heißt, kein Multitasking mehr. Macht euch auch bei „einfachen“ Dingen wie dem Autofahren oder Treppensteigen einfach mal bewusst, was ihr gerade tut.

Vermeidet Reizüberflutung. Hört zum Beispiel beim täglichen Spaziergang keine Musik. Wir sind sowieso schon aufgrund von Stress oftmals nicht in der Lage, ästhetische Erfahrungen (Anblick der Natur, Erleben von Kunst) aufzunehmen. Deswegen erkundet bewusst die Umgebung beim Spazieren und lasst sie auf euch einwirken. Zu Hause wäre es gut, nicht ständig den Fernseher oder das Radio im Hintergrund laufen zu lassen. Menschen ertragen oftmals keine Stille, weil dann die Gedanken „zu laut“ werden. Das gehört aber zum Verarbeitungsprozess von Erlebnissen dazu, also versucht es zuzulassen.

Zudem befassen sich neue Studien momentan damit, dass Medien-Multitasking (Handy und Fernsehen) die Aufmerksamkeit und das Erinnerungsvermögen beeinträchtigen. Somit ist es wichtig, mit der eigenen Aufmerksamkeit bewusst umzugehen. Das führt zu meinem nächsten Tipp: Wenn ihr mit Freunden unterwegs seid oder einfach nur einen Film schaut, legt das Handy weg und lasst es auch weg.

Geht es im Arbeitsleben darum, Entscheidungen zu treffen, überlasst diese nicht den „üblichen“ automatischen Mechanismen, sondern überdenkt jede Entscheidung kritisch. Und Achtung, es hört sich vielleicht so an, als würde das die Produktivität vermindern und zu mehr Arbeitslast führen, aber auf Dauer schafft ihr dadurch mehr Arbeit in derselben Zeit, weil die Prozesse überdacht und optimiert werden.

Jetzt kommt etwas, das einfacher gesagt als getan ist: sich nicht über Dinge aufregen, die sowieso nicht veränderbar sind. Warum sollte man sich künstlich aufregen? Das verschwendet nur kostbare Energie. Dieser Prozess erfordert jedoch eine erhöhte Selbstwahrnehmung und die Bereitschaft, an sich selbst zu arbeiten.

Und zum Schluss noch etwas, das ich am Anfang erwähnt habe: Neue Dinge ausprobieren! Eventuell neue Hobbies angehen, etwas tun, das man schon immer mal machen wollte. Es reicht auch schon aus, ein neues Gericht auszuprobieren oder beim Spaziergang links anstatt rechts herum zu gehen. Es geht darum, aus Routinen auszubrechen. Dadurch erlebt man gefühlt mehr im eigenen Leben.

Die Vorteile von Achtsamkeit:
  • Durch die Fokussierung auf die wichtigen Dinge im Leben (sowie in der Arbeitswelt) kann ein effektiveres Arbeiten und eine allgemein bessere und längere Konzentrationsfähigkeit erreicht werden.
  • Die Förderung der eigenen emotionalen Intelligenz, also die Stärkung der Fähigkeit sich besser in andere Menschen hineinzuversetzen, führt dazu, problemlösungsorientiert(er) zu handeln.
  • Eine Würdigung und Wertschätzung von Mitmenschen und Arbeitskollegen durch achtsamere Wahrnehmung führt zu mehr Akzeptanz und einem besseren Wohlfühlklima.
  • Die Entdeckung von bisher unentdeckten Potenzialen führt zu einer Erweiterung des eigenen Horizonts (und bei Führungskräften, die der eigenen Mitarbeitenden).
  • Die Stressbewältigung und ein höheres Bewusstsein für die Gesundheitsförderung wirken sich positiv auf einen selbst und das Unternehmen aus.
  • Die Verbesserung der emotionalen Selbstregulierung und die Akzeptanz des Unveränderbaren führen zur Entschleunigung des privaten und beruflichen Lebens.

Apropo etwas Neues wagen: Jetzt habe ich das erste Mal einen Blog-Beitrag verfasst. Ich hoffe, dass euch dieser gefallen hat und ihr vielleicht etwas mitnehmen konntet.

Weitere spannende Themen aus der adesso-Welt findet ihr übrigens in unseren bisher erschienenen Blog-Beiträgen.

Bild Magdalena Stern

Autorin Magdalena Stern

Magdalena Stern ist seit 2017 bei adesso tätig, zunächst als Proposal Managerin, aktuell als Partner Managerin in der LoB Microsoft. Ihr Arbeitsschwerpunkt bildet hierbei das Binnenmarketing und Partnerschaftsaktivitäten. Darüber hinaus beschäftigt sie sich intensiv mit Wirtschaftspsychologie im Rahmen ihres Masterstudiums.

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