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adesso-Studie: Sechs von zehn heimischen Unternehmen entwickeln bereits agentisch – Produktivität wächst, aber ungleich verteilt

Neue Erhebung unter 100 Führungskräften in Österreich zeigt: Reifegrad und Governance entscheiden über Erfolg oder Stillstand beim KI-Einsatz in der Softwareentwicklung.

Generative KI ist auch in der österreichischen Softwareentwicklung angekommen. Doch wer davon profitiert und wer nicht, hängt weder von der Technologie noch vom Budget ab, sondern davon, wie strukturiert Unternehmen vorgehen. Zu diesem Ergebnis kommt der GenAI Impact Report Austria 2026 des IT-Dienstleisters adesso, für den 100 Führungskräfte und über 750 Endkund:innen in Österreich befragt wurden.

60 Prozent der befragten heimischen Unternehmen setzen in der Softwareentwicklung bereits auf agentische Systeme, die eigenständig Code erzeugen, testen und optimieren – nur drei Prozent verzichten bislang komplett auf KI in der Entwicklung. Die Produktivitätsgewinne konzentrieren sich dabei im soliden Mittelfeld: 68 Prozent der Unternehmen berichten von Zuwächsen zwischen 11 und 25 Prozent, weitere 11 Prozent liegen sogar darüber. Auffällig ist, was fehlt: Extreme. Kaum ein Unternehmen bleibt komplett ohne Effekt, ebenso wenige melden sehr hohe Zugewinne – GenAI wirkt damit nicht punktuell, sondern in der Breite.

„Die Frage ist längst nicht mehr, ob KI in der Softwareentwicklung eingesetzt wird, sondern ob Unternehmen die Voraussetzungen schaffen, um davon zu profitieren“, sagt Jens Richter, Teamleiter Data & AI bei adesso Austria. „Was wir in unseren Projekten sehen und was die Studie bestätigt: Wer Governance, klare Prozesse und die richtigen Leitplanken mitdenkt, erzielt messbar mehr. So entsteht die Basis, um agentische Entwicklung wirklich zu skalieren. Wer das ignoriert, investiert nicht nachhaltig.“

Jens Richter, Teamleiter Data & AI bei adesso Austria

Governance als Enabler, nicht als Bremse

Besonders aufschlussreich ist der Befund zur Governance: 30 Prozent der heimischen Unternehmen verfügen über keine oder nur wenige Richtlinien für den Umgang mit generativen KI-Anwendungen, ein ähnlich großer Anteil hat seine Mitarbeitenden bislang nicht im Umgang mit GenAI geschult. Governance wird oft als bürokratische Hürde betrachtet, erweist sich in der Praxis aber als Voraussetzung für Geschwindigkeit.

Die größten von Unternehmen genannten Hindernisse beim Einsatz von GenAI in der Softwareentwicklung bestätigen dieses Muster: Mit 52 Prozent steht Compliance und Sicherheit weit vor allen anderen Themen an erster Stelle, gefolgt von fehlenden Skills im Team (31 Prozent) und veralteten Architekturen (28 Prozent). Technische Faktoren wie die Komplexität der Toolchain oder fehlender Datenzugriff spielen dagegen eine untergeordnete Rolle. Die Technik ist bereit, oft hinkt aber die Organisation hinterher.

Der blinde Fleck: Nachwuchs und Berufsbild

Die Studie zeigt zudem eine langfristige Konsequenz, die bisher kaum diskutiert wird: Mehr als jedes dritte österreichische Unternehmen (35 Prozent) stellt weniger Berufseinsteiger:innen und Junior-Mitarbeitende ein als vor zwei bis drei Jahren – neun Prozent davon sogar deutlich weniger. Generative KI übernimmt zunehmend Routineaufgaben, also jene Aufgaben, an denen Berufseinsteiger:innen bislang ihre Grundfähigkeiten erworben haben. Mit weniger Nachwuchskräften schrumpft langfristig auch die Basis erfahrener Fachkräfte.

Der vollständige Schwerpunktbericht Softwareentwicklung zum GenAI Impact Report 2026 steht ab sofort zum Download bereit.

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